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10. Juni 2026

Das Vernetzungs- und Transferprojekt ReInvent wurde nach mehr als fünf Jahren Laufzeit erfolgreich abgeschlossen. Im Rahmen der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Maßnahme KlimPro-Industrie begleitete ReInvent zahlreiche Forschungsprojekte aus den Branchen Glas, Stahl, NE-Metalle, Zement, Keramik und Chemie. Projektträger der Fördermaßnahme war das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR).
Ziel von ReInvent war es, den Wissenstransfer zwischen den Projekten und Branchen zu fördern, gemeinsame Herausforderungen zu identifizieren, die Potenziale innovativer Technologien zur Treibhausgasminderung sichtbar zu machen und die Ergebnisse in eine breite Öffentlichkeit zu kommunizieren.
Die Grundstoffindustrie steht vor der Herausforderung, ihre Produktionsprozesse bis zur Mitte des Jahrhunderts weitgehend klimaneutral zu gestalten. Viele Prozesse sind heute noch auf fossile Energieträger angewiesen oder verursachen unvermeidbare Prozessemissionen.
ReInvent bildete dabei eine Klammer um die geförderten Projekten der KlimPro-Initiative, um zu analysieren und zu bewerten, welche technologischen Ansätze zur Dekarbonisierung beitragen können und welche Voraussetzungen für deren Umsetzung geschaffen werden müssen. Dabei standen unter anderem Wasserstofftechnologien, alternative Brennstoffe, Elektrifizierung, Carbon Capture and Utilisation (CCU) sowie Kreislaufwirtschaftskonzepte im Fokus.
Die im Projekt durchgeführte Potenzialanalyse zeigt, dass die im Rahmen von KlimPro-Industrie entwickelten Technologien ein direktes Treibhausgas-Minderungspotenzial von mindestens 3,5 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr aufweisen.
Zusätzlich wurden brancheninterne Transferpotenziale von rund 5,9 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalenten pro Jahr identifiziert. Unter Berücksichtigung weiterer Übertragungsmöglichkeiten ergibt sich ein gesamtes Minderungspotenzial von etwa 10 bis 15 Prozent der heutigen CO2-Emissionen der betrachteten Grundstoffindustrien.
Ein zentrales Ergebnis von ReInvent ist die Erkenntnis, dass viele der entwickelten Technologien weit über die ursprünglichen Anwendungsbereiche hinaus eingesetzt werden können.
Dazu zählen beispielsweise wasserstoffbasierte Brennersysteme, elektrochemische Membranverfahren zur CO₂-Nutzung, alternative Brennstoffe sowie Konzepte zur Aufbereitung und Weiterverwendung industrieller Reststoffe in anderen Industriezweigen. Die Analysen zeigen, dass gerade der Transfer von Technologien und Stoffströmen zwischen verschiedenen Industriezweigen erhebliche zusätzliche Klimaschutzpotenziale erschließen kann.
Das GWI brachte seine Expertise insbesondere in den Bereichen industrielle Prozesswärme, Wasserstoffinfrastruktur und räumliche Analysen ein. Mithilfe GIS-basierter Untersuchungen wurden industrielle Standorte, Energiebedarfe und zukünftige Wasserstoffversorgungsstrukturen analysiert.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass insbesondere energieintensive Industrien auf eine leistungsfähige Energie- und Wasserstoffinfrastruktur angewiesen sind. Gleichzeitig zeigen die Analysen, dass für viele Standorte ergänzende Dekarbonisierungsoptionen erforderlich sein werden.
ReInvent hat gezeigt, dass zahlreiche technologische Lösungen für eine klimaneutrale Grundstoffindustrie bereits heute verfügbar oder in fortgeschrittener Entwicklung sind. Gleichzeitig wird deutlich, dass ihre breite industrielle Umsetzung von geeigneten politischen Rahmenbedingungen, wettbewerbsfähigen Energiepreisen sowie dem Ausbau der notwendigen Infrastruktur abhängt.
Die Projektergebnisse liefern damit wichtige Impulse für die weitere Transformation der deutschen Grundstoffindustrie.
Projektlaufzeit: 5 Jahre (04/2021 – 03/2026)
Förderkennzeichen: 01LJ2009C
Fördermittelgeber: BMFTR, DLR
Förderaufruf: KlimPro
Partner: DECHEMA, HVG-DGG, Forschungs-Gemeinschaft Feuerfest e. V., vdz, IZF